Sie haben sich entschlossen, sich ein Aquarium anzuschaffen. Allerdings gibt es nun einige Punkte, die Sie beachten sollten, um lange Freude an dem neuen Hobby zu haben.

An dieser Stelle wollen wir Ihnen nun einige Tips zum Einrichten und Einfahren, zum Kauf von Fischen und Pflanzen sowie zum allgemeinen Fischbesatz geben. Unsere Tips richten sich allein an die Einrichtung eines Süßwasseraquarium!

Was wird benötigt, um ein Aquarium einzurichten?

Sie benötigen:

ein Aquarium und einen geeigneten, stabilen Unterbau

Eine Beleuchtung oder Abdeckung mit integrierter Beleuchtung

Kies und / oder Sand

Einen Filter mit geeignetem Filtermaterial (wir empfehlen einen Außenfilter), der mindestens die 2-Fache Menge des Aquariuminhaltes bewältigen kann

Wenn Sie einen Schaumstofffilter verwenden wollen, eine Membranpumpe

Eine Aquarienheizung

Dekorationsmaterialien wie Hintergrund, Wurzeln, Steine, Hölen,...

Wasserpflanzen

Ein Aquarienthermometer

Ein Fischfangnetz

und einige Meter Schlauch (mit Anschlußkupplungen) für die Wasserwechsel

Als erstes sollten Sie sich gut überlegen, wo Ihr Aquarium stehen soll. In Aquarien, die permanent direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt sind, bilden sich sehr schnell Algen. Da diese nicht zu einem schönem Gesamtbild beitragen und, ja nach Wachstum und Art, dem Wasser wervolle Substanzen entziehen können, sollte das Aquarium also einen schattigen Platz im Raum finden. Aufgrund dieser auf der Helligkeit und dem räumlichen Platzangebot eingeschränkten Positionierung richtet sich auch die Größe des Aquarium. Da nun ein Aquarium ein erhebliches Gewicht mit sich bringt, sollten Sie dafür sorgen, dass Ihr Aqaurium auch einen zuverlässig tragfähigen Unterbau, bzw. Unterschrank erhält. Fast alle Hersteller bieten für ihre Aquarien einen dementsprechend konzipirten Unterschrank in verschiedenen Formen und Farben an.

Fragen Sie beim Kauf des Aquarium nach, ob der Hersteller des Aquarium die Verwendung einer Unterlage und einer durchgängigen Auflage des Aquarium vorschreibt. Bei falscher Aufstellung des Aquarium verlieren Sie jegliche Garantieansprüche!

Anhand der Größe des Aquarium richtet sich nun die Anschaffung der benötigten Ausstattung wie Filter, Heizung, Beleuchtung und der Einrichtung ( Hintergrund, Kies oder Sand, Wurzeln, Pflanzen,...).

Nun haben Sie den ersten Schritt zum Beginn des neuen Hobbys geschaft und können Ihr neues Aquarium aufstellen.

Zunächst muss der Unterschrank absolut gerade, also in der Waage, aufgestellt werden, da schon eine geringe Abweichung des Unterbaus am Wasserspiegel im Aquarium mehr als deutlich sichtbar wird. Je nach Herstellervorgabe legen Sie nun Ihr Aquarium auf die Unterlage. Sollten Sie eine Hintergrundfolie verwenden, empfiehlt es sich, dies vor dem Aufstellen des Aquarium anzubringen, da Sie, ja nach Platzangebot, erfahrungsgemäß schlecht hinter das Aquarium kommen.

Jetzt füllen Sie den gut und restlos ausgewaschenen Kies oder Sand in das Aquarium. Dieser sollte im vorderen Bereich etwa 4-5 cm und im hinteren Breich etwa 8-10cm hoch sein. Allerdings richtet sich die Höhe des Untergrundes auch nach den verschieden Fisch- und Pflanzenarten. Lassen Sie sich hierzu beim Kauf des Aquarium und bei der Planung des Fisch- und Pflanzenbesatzes ausführlich beraten!

Dekorieren Sie jetzt Ihr Aquarium mit vorgewässerten Wurzeln (verhindert das aufschwimmen), Hölen, Steinen,... .

Der Kies und die Dekoration sind im Becken und es fehlt nun das Wasser. Hier haben Sie einige Möglichkeiten, um Wasser einzufüllen. Bei größeren Aquarien empfiehlt sich die Verwendung eines sauberen Füllschlauches. Diesen können Sie mit einfachen Kupplungen (aus dem Baumarkt) direkt an die Amatur Ihrer Badewanne oder des Waschbeckens anschließen. Stellen Sie eine Tasse oder einen Teller in das Aquarium un lassen das (lauwarme) Wasser darüber in das Aquarium ein. So verhindern Sie das Aufwirbeln und Wegspülen des Untergrundes. Befüllen Sie das Aquarium bis zu Hälfte und installieren jetzt Ihren Filter und die Heizung. Achten Sie darauf, dass Sie sämtliche Schläuche und Kabel schon so verlegen, dass Sie keine Probleme beim Aufsetzten der Abdeckung bekommen. Aus sicherheitstechnischen Gründen werden die elektrischen Geräte noch nicht mit dem Stromnetz verbunden! Nun heißt es wieder "Wasser marsch" bis zum erreichen der gewünschten Füllhöhe.

Nun könnte man denken, dass man jetzt die ersten Fische einsetzen kann. Doch Falsch, Ihr Aquarium muss nun eingefahren werden.

Das Einfahren eines Aquariums bedeutet, dass über einen längeren Zeitraum (in etwa 4-6Wochen) sämtliche Schadstoffe aus dem Aquarium gefiltert werden und sich genügend Mikroorganismen und Bakterien bilden können. Diese dienen dazu, die Wasserqualität des Aquarium zu verbessern und zu erhalten.

Gerade bei der Neueinrichtung eines Aquarim geschiet es leider zu häufig, das die Fische zu schnell eingesetzt werden. Da in den ersten Wochen ein sehr hoher Nitritwert das Wasser für Fische zum "unbewohnbaren" Giftwasser wandelt. Daher sollte bei der Neueinrichtung permantent der Nitritwert gemessen und in einem Diagramm verzeichnet werden. Zunächst werden die Werte nicht oder nur langsam ansteigen, dann aber rasch in einer rasanten Kurve nach oben schnellen, um dann genau so wieder abzufallen. Die im Diagramm verzeichnete Kurve bezeichnet man als Nitritpeak (Nitritberg). Die ersten Fische dürfen erst eingesetzt werden, wenn der Nitritwert nicht mehr nachzuweisen ist!

Um die Bildung von Bakterien und Mikroorganismen zu begünstigen, gibt man aller 2- 3 Tage eine winzige Menge ganz klein zerdrücktekm Flockenfutter in das Wasser. Ebenso ist es empfehlenswert den Mulch oder Filterschlamm eines bereits bestehenden Aquarium zu nutzen und/oder Starterbakterien zuzusetzen. Ebenso können Schnecken die Einfahrzeit beschleunigen. In allen Fällen sollte alerdings die Einfahrzeit von mindest 4 Wochen eingehalten werden.

Sofern Sie sich nicht sicher sind, ob der Nitritpeak Ihres Aquarium erreicht ist und Sie die ersten Fische einsetzten können, lassen Sie sich von uns beraten!

Es kann vorkommen, dass sich gerade in der Zeit des Einfahrens Algen bilden. Diese können auf zwei Arten entfernt werden. Man kann chemische Mittel verwenden, von denen wir allerdings abraten, da diese Mittel sehr schnell zu einer Verfälschung des Nitritwertes führen können. Deshalb empfehlen wir die mechanische Reinigung mittels Bürsten und Haushaltsschwämmen. Die Reinigung sollte allerdings außerhalb des Aquariums stattfinden, da sonst die Algen nur im Wasser verteilt werden. Zur Reinigung von Pflanzen reiben sie die Blätter vorsichtig zwichen den Fingern und spülen die Pflanzen mit reichlich lauwarmen Wasser aus. Harte Gegenstände können mit sauberen, chemikalienfreien Bürsten (Handwaschbürste, Zahnbürtse,...) oder Haushaltschwämmen gereinigt werden. Hitzebeständige Gegenstände können Sie über mehrer Minuten abkochen oder im Backofen erhitzen. Diese Gegenstände sollten dann nochmals abgebürstet und gut ausgepült werden. Entfernen Sie die Algen allerdings nur, wenn diese überhand nehmen. Viele schnellwachsende Stängelpflanzen ergeben eine hervorragende Nahrungskonkurrenz für Algen. Sehr schnell wird die Algenbildung rücklaufig und der Pflanzenwachstum steht im Vordergrund. Als angenehmen Nebenefekt bieten die Pflanzen den zukünftigen Bewohner des Aquarium gute Versteckmöglichkeiten.

Nachdem das Aquarium nun eingefahren ist, setzten Sie zunächst nur wenig Fische ein und vergrößeren Ihren Bestand langsam. So haben die notwendigen Bakterien die Möglichkeit sich auf "mehr Arbeit" einzustellen.

Lassen Sie sich beraten, welche Fische sich untereinander vertragen und welche Fische in dem Fall Ihrer Wasserqualtiät einsetzbar sind.

Für Anfänger ist es ratsam, zunächst nicht all zu große Fischarten einzusetzen, da diese sehr schnell über den Erfahrungstand hinaus, Problem bereiten können.

Im alltäglichen Betrieb sollten sie nun wöchentlich regelmäßig etwa 1/3 des Aquariumwassers wechslen (Frischwasserzufuhr). Ihren Filter reinigen Sie so selten wie es nur geht. Empfehlenswert ist es, nicht alle Filterkörbe (Filtermaterialien) gleichzeitig zu reinigen. So erhalten Sie eine Großzahl der Bakterien und halten die Wasserqaulität und damit die Gesundheit Ihrer Fische aufrecht.

Die Schläuche des Filters (Außenfilter) weden sich etwas zusetzen. Dies ist ganz normal und nicht tragisch. Sie sollten von Zeit zu Zeit ausgepült und nötigen Falles mit speziellen Schlauhreinigungsbürsten gereinigt werden.

Ebenfalls trägt eine mäßige Beleuchtung des Beckens dazu bei, die Algenbildung zu verringern. Auch Ihre Fische werden es ihnen danken, wenn Sie nicht zuviel Licht erhalten. Als Tip geben wir Ihnen die Verwendung einer Zeitschaltuhr mit auf den Weg. Diese stellen Sie so ein, dass das Aquarium so beleuchtet wird, wie Sie auch den Nutzen davon haben. Stellen Sie die Einschaltzeit beispielsweise auf die Zeit ein, zu der Sie nach Hause kommen und die Ausschaltzeit auf die Zeit, zu der Sie zu Bett gehen. Bedenken Sie, dass auch in der Natur die Sonne nicht 12 Stunden am Tag scheint!

Beim Kauf von Wasserpflanzen sollten Sie auf ein gesundes Äußeres der Pflanzen achten. Die Pflanzen sollten keine oder nur wenige verfaulte Blätter, eine satte grüne Farbe und keine Algen aufweisen. Die Wurzel sollte den Pflanztopf gut durchwachsen.

Wenn Sie sich nun Fische zulegen, achten Sie darauf, dass keine Fische aus dem Becken des Verkäufers Krankheitssymptome aufweisen.

Diese können sein:

Weiße Pünktchen

Weißer und schleimiger Kot

Schwere und schnelle Atmung

Apatisches und sehr träges Verhalten

Verfärbtes Aquariumwasser

Kratzen der Fische am Dekorationsmaterial.

Wenn der Verkäufer beim Einfangen der Fische eine "Hetzjagt" veranstaltet, halten Sie Abstand und verzichten lieber auf den Kauf.

Die Fische werden durch diesen Fang, den Transport und die Einbringung in das neue Becken einem enormen Streß ausgesetzt.

Beim hastischen und Jagdähnlichen einfangen erhöht sich der Streßfaktor wesentlich und Sie erhöhen das Risiko eines schnellen Todes.

Ebenfalls sollten Sie auf den Kauf von Fischen verzichten, wenn der Verkäufer keine exakten Auskünfte erteilen kann oder gar falsche Auskünfte erteilt ("... Den Diskus können Sie ruhig in Ihrem 50 Liter Becken halten..." oder "... Die werden nicht allzu groß...")